Olympiasieger Matthias Steiner spricht über seine Ehe: Harter Weg nach Verlust seiner ersten Frau

Im Jahr 2007 verlor Gewichtheber Matthias Steiner seine erste Frau Susann bei einem Autounfall. Ein Jahr später feierte er Erfolge bei Olympia - der Weg dahin war für ihn nicht leicht.
Bei den Olympischen Spielen im Jahr 2008 kam niemand an Gewichtheber Matthias Steiner vorbei. Der damals 25-jährige konnte sich mit seiner Leistung als erster deutscher Sportler die Goldmedaille in der Schwergewichtsklasse sichern und wird im selben Jahr zum "Sportler des Jahres" gekürt. Später konnte er noch zwei Europameister- und einen Weltmeistertitel holen.
Fans wie auch Zuschauer:innen der Olympischen Spiele 2008 werden sicherlich auch noch den emotionalen Moment vor Augen haben, als Steiner bei der Siegerehrung neben der Goldmedaille und einem Strauß Blumen in der einen Hand auch ein Foto seiner zuvor verstorbenen Frau Susann in der anderen Hand in die Kamera hält.
Heute ist der mittlerweile 43-jährige glücklich mit der ehemaligen RTL-Moderatorin Inge Steiner verheiratet, mit der er sogar ein erfolgreiches Start-up auf die Beine gestellt hat. Der Weg bis zu seinem Olympia-Erfolg und in sein neues Leben war allerdings dennoch nicht einfach für den Gewichtheber.
Schwerer Verlust nach Autounfall
Über den schweren Schicksalsschlag in seinem Leben, der dem Erfolg bei Olympia vorausging, sprach Steiner vor wenigen Jahren in der VOX-Sendung Ewige Helden, worüber die Zeitschrift Gala sowie auch der österreichische Kurier berichten. Susann Steiner ist im Jahr 2007 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Zunächst habe Matthias sich nichts gedacht, als seine Frau abends nicht nach Hause kam - bis der Anruf von der Polizei kam. Im Krankenhaus angekommen empfingen ihn die Ärzt:innen sogleich mit der niederschmetternden Nachricht:
"Sie lebt noch, aber nicht mehr lange."
Als die Maschinen schließlich Susanns Tod bestätigten, zog es Matthias den Boden unter den Füßen weg.
"Es war ganz schlimm. Diese Stunden waren gefühlte Jahre."
Besonders in den Wochen danach hatte er es schwer - dachte sogar an Selbstmord. Erst mit dem Training im Vorfeld zu den Olympischen Spielen sei wieder Normalität eingekehrt. Heute ist er dankbar, dass er die letzte Zeit noch an der Seite seiner Frau verbringen und Abschied nehmen konnte.
Ein Versprechen als Antrieb
In der tiefsten Phase seiner Trauer wurde das Training für Steiner zu einem rettenden Anker. Er klammerte sich an ein Versprechen, das er seiner Frau Susann gegeben hatte: Gemeinsam wollten sie nach Peking reisen, gemeinsam wollten sie den Sieg feiern. Die Hantelscheiben wurden für ihn zu einer Möglichkeit, den Schmerz zu kanalisieren. Jeder Kilo auf der Stange war ein Schritt weg von der Verzweiflung und hin zu jenem Moment, der später Sportgeschichte schreiben sollte. Die Goldmedaille war somit nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern das Einlösen eines letzen Schwurs.
Ein steiniger Weg zum deutschen Pass
Was viele heute nicht mehr wissen: Matthias Steiners Weg zu olympischem Gold für Deutschland war alles andere als geradlinig. Geboren in Wien, startete er ursprünglich für Österreich. Nach Unstimmigkeiten mit dem dortigen Verband und der Entscheidung, für Deutschland anzutreten, folgte eine dreijährige Sperre für internationale Wettkämpfe. Erst kurz vor den Spielen in Peking erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft – ein bürokratischer Kraftakt, der seinen unbändigen Willen unterstrich, sich allen Widerständen zum Trotz an die Weltspitze zu kämpfen.
Neues Glück mit Frau Inge
Mittlerweile hat er jedoch eine neue Liebe gefunden. Über seine Ehe mit der ehemaligen Moderatorin Inge Posmyk sprach er in einem späteren Interview mit Gala, das er mit seiner Frau gemeinsam gab. Ihre Beziehung sei anfangs ein sehr kontroverses Thema gewesen - neben dem großen Altersunterschied wurde auch die Tatsache diskutiert, dass die beiden sich bereits eineinhalb Jahre nach Susanns Tod kennengelernt hatten. "Wie kann er sich jetzt schon wieder verlieben?", soll es geheißen haben.
Heute sind die beiden jedoch ein eingespieltes Team, unterstützen sich gegenseitig bei ihren Projekten, führen sogar ein erfolgreiches Start-up zusammen. Zudem haben sie gemeinsam zwei Söhne. Zu der Familie seiner ersten Frau hat er jedoch ebenfalls noch ein enges Verhältnis, wie Matthias erklärt: Seine Kinder sehen seine einstige Schwiegermutter quasi als "dritte Oma". Von einem der beiden war sie sogar die Taufpatin.
Vom Superschwergewicht zum Ernährungsexperten
Diese neue Lebensphase brachte auch eine beeindruckende körperliche Veränderung mit sich. Steiner, der zu aktiven Zeiten rund 150 Kilogramm wog, speckte nach seinem Karriereende massiv ab. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus gründete er mit seiner Frau Inge das Unternehmen „Steiner’s“. Das Start-up spezialisiert sich auf Low-Carb-Produkte und Backwaren, die ohne herkömmliches Mehl und Zucker auskommen. Damit gelang ihm der seltene Sprung vom Profisportler zum erfolgreichen Unternehmer, der seine eigene Transformation als Geschäftsmodell etablierte.
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Verwendete Quellen:
Gala: "Inge + Matthias Steiner Sie verraten das Geheimnis ihrer Liebe"
Gala: "Interview: Inge Steiner + Matthias Steiner 'Mein Mann hält mich jung'"
Gala: "Matthias Steiner 'Es ist der Horror'"
Kurier: "Steiner über den Tod seiner Frau: 'Lebensinhalt war weg'"