"Wenn man so eine Katastrophe erlebt": Herbert Grönemeyers härtester Herbst
Im Herbst 1998 wird das Leben von Herbert Grönemeyer auf den Kopf gestellt: Innerhalb weniger Tage verliert er nicht nur seinen Bruder, sondern auch seine Ehefrau. Wie sehr diese Ereignisse den Musiker und Menschen prägten, beschäftigt bis heute viele seiner Fans.
Ganz Deutschland kennt Herbert Grönemeyer als musikalisches Ausnahmetalent, dessen Songs oft an die eigene Haut gehen. Doch was der Sänger im Herbst 1998 erlebte, sprengt jede Vorstellung von persönlichem Schicksalsschlag. Grönemeyer, damals schon einer der größten deutschen Künstler mit über 20 Millionen verkauften Alben, musste gleich zwei geliebte Menschen verabschieden – eine seltene Fügung, die sich seither in seinem Leben und seiner Musik widerspiegelt.
Ein Herbst, zwei tragische Verluste
Alles beginnt in Köln, wo Herbert Grönemeyer seinen Bruder Wilhelm im Kampf gegen die Leukämie unterstützen möchte. Gemeinsam mit Dietrich, einem weiteren Bruder, versuchen sie, Wilhelm durch eine Knochenmarkspende zu retten. Doch die Hoffnung währt nur kurz: Im Berliner Virchow-Klinikum stirbt Wilhelm Anfang November 1998.
"Wenn man so eine Katastrophe erlebt, ist man völlig hysterisch, zerrüttet und ängstlich", erinnert sich Grönemeyer später laut Stern.
Für ihn folgt direkt der nächste Schlag – nur zwei Tage später verstirbt auch seine Ehefrau Anna Henkel. Sie verliert den bereits bekannten Kampf gegen den Krebs; eine erneute Erkrankung wird ihr endgültig zum Verhängnis.
Wer war Anna Henkel – und wie ging es für die Familie weiter?
Anna Henkel stammt aus Hamburg und hat in den 1970er Jahren mit Regisseuren wie Ulrich Schamoni zusammengearbeitet. Ihr größtes Ausrufezeichen setzt sie 1976 als Schauspielerin im Film "1900" von Bernardo Bertolucci – gemeinsam mit Hollywoodgrößen wie Robert De Niro, Gérard Depardieu und Donald Sutherland. Ende der 1970er trifft die ausdrucksstarke Schauspielerin auf Grönemeyer, der ihr in seinem dritten Studioalbum eine besondere Widmung macht: Die gefühlvolle Ballade "Anna" wird für viele zum Klassiker. Das Paar bekommt zwei Kinder, Felix (Jahrgang 1987) und Marie (Jahrgang 1989), und lebt zwischen Köln, Berlin und London.
Musik als Verarbeitung: "Der Weg" und das bleibende Vermächtnis
Die doppelten Verluste von Bruder und Ehefrau hinterlassen tiefe Spuren – nicht nur privat, sondern auch im Werk von Grönemeyer. Nach der Tragödie zieht er sich zeitweise zurück, sagt sogar eine größtenteils ausverkaufte Tour ab, um für die Familie da zu sein. Aus Schmerz entsteht jedoch auch Kunst: Besonders das Lied "Der Weg" gilt unter vielen Fans als eines seiner persönlichsten Stücke, ein musikalisches Denkmal, das aus Trauer und Erinnerung gespeist ist. In Interviews spricht Grönemeyer offen über seine damaligen Gefühle:
"Wenn man so eine Katastrophe erlebt, ist man völlig hysterisch, zerrüttet und ängstlich."
Diese Offenheit macht ihn nahbar: Nicht wenige spüren in seinen Songs die Aufarbeitung einer Zeit, die alles verändert hat.
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Innerhalb von zwei Tagen: Herbert Grönemeyer verlor Bruder und Ehefrau