„Diese Anteilnahme war einfach nur überwältigend“: Fußball trauert um Georg Koch

„Diese Anteilnahme war einfach nur überwältigend“: Fußball trauert um Georg Koch
© picture alliance
„Diese Anteilnahme war einfach nur überwältigend“: Fußball trauert um Georg Koch

Mit dem Tod von Georg Koch verliert die Bundesliga einen Kult-Torwart, der nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Herzen der Fußballgemeinde Spuren hinterlässt. Ein Rückblick auf das Leben und die letzten Jahre eines Mannes, dessen Kampf gegen eine schwere Krankheit viele bewegt hat.

Die reichsten Fußballer der Welt: So viel Geld haben sie auf dem Konto

Der Abschied von Georg Koch erschüttert die deutsche Fußballszene. Der 54-jährige ehemalige Bundesligatorwart starb am 4. März 2026 an den Folgen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses, der ein Jahr zuvor im April 2023 diagnostiziert wurde. Die Ärzte machten ihm damals wenig Hoffnung: „Vielleicht noch sechs Monate“, hieß es im Diagnosegespräch. Doch Koch widersetzte sich dem ersten ärztlichen Urteil und lebte fast drei Jahre mit seiner Erkrankung, bis er letztlich seiner langen, schweren Krankheit erlag.

Ein Bundesliga-Keeper und sein Weg durch Europa

Kochs Karriere liest sich wie ein Reiseführer durch die Top-Ligen Europas. In Deutschland stand er zwischen den Pfosten für Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und den MSV Duisburg. Sein Talent führte ihn auch ins Ausland: Zum PSV Eindhoven, zu Dinamo Zagreb und Rapid Wien. In der ersten Liga absolvierte Koch stolze 213 Spiele, in der zweiten Liga kamen weitere 165 Einsätze hinzu. Besonders in Erinnerung bleiben sein Aufstieg mit Fortuna Düsseldorf 1995 in die Bundesliga und zwei weitere Aufstiege mit dem MSV Duisburg. Ein Meilenstein war auch die kroatische Meisterschaft 2008 mit Dinamo Zagreb.

Kampfgeist und offene Worte: Von der Diagnose bis zum Abschied

Als der Krebs im Frühjahr 2023 diagnostiziert wurde, änderte sich das Leben von Georg Koch schlagartig. Sein Berufsleben als Fußballtrainer und Teammanager bei Viktoria Köln lief bis Mai 2023 weiter. Ab Juli 2021 war er zunächst Torwarttrainer, später ab Oktober 2022 Teammanager und Scout in Köln. Nach seinem Rückzug veröffentlichte er erstmals im Mai 2024 in der Bild am Sonntag Details zu seinem Gesundheitszustand:

„Es ist unheilbar, ich werde sterben. Aber wann mich der liebe Gott holen wird, hat er noch nicht entschieden.“

Für Koch, der nie um direkte Worte verlegen war, war die Resonanz auf seine Offenheit überwältigend:

„Diese Anteilnahme war einfach nur überwältigend und hätte ich nie erwartet.“

Die Unterstützung reichte bis in sein Privatleben:

„Der Akku meines Handys war ruckzuck leer. Das Telefon ist regelrecht explodiert.“

Der Rückhalt der Fußballwelt begleitete ihn bis zu seinem Tod.

Ein letztes Kapitel: Aus Einfluss im Fußball wird ein Vermächtnis

Nach seinem Karriereende als Spieler fand Koch neue Aufgaben als Trainer und Talentscout. Bereits 2012 begann er als Trainer in Dubai, kehrte zurück nach Deutschland, arbeitete bei Sonnenhof Großaspach (2014–2015), dem VfB Oldenburg (2015–2016), beim FC Wil (2016) und bei Fortuna Köln (2019–2020), bevor er schließlich zu Viktoria Köln wechselte. Im Mai 2023 musste Koch jedoch endgültig Abschied von seiner täglichen Arbeit im Fußball nehmen – aus gesundheitlichen und privaten Gründen. Trotz der Prognose der Ärzte lebte er offen mit seiner Krankheit, zeigte über zwei Jahre lang Kampfgeist und wurde im Kreis von Kolleginnen, Kollegen und Fans von vielen geschätzt. Die besondere Anteilnahme der Fußballgemeinschaft zeigt, wie tief Georg Koch das Leben rund um den Fußball geprägt hat.

Auch Interessant:

Das Leben der Annabel Schofield – Mode, Film und ein offener Abschied

Wiener Instagram-Promi Mike Maschina verstorben, er wurde nur 34 Jahre alt

Eric Dane ist mit nur 53 Jahren an ALS gestorben

Verwendete Quelle:

Trauer um Georg Koch: Ex-Bundesliga-Keeper wurde 54 Jahre alt