„Das macht einen erst mal kaputt“: Uli Hoeneß über Verluste und Neuanfänge

Uli Hoeneß spricht offen wie selten über schwere Zeiten, Verluste im engsten Kreis und seine wichtigsten Lehren nach der Haft. Was bedeutet Familie für ihn wirklich?
Manche Namen stehen in Deutschland für Erfolg, Aufstieg und auch für Rückschläge. Uli Hoeneß gehört ganz klar dazu. In einem aktuellen Interview mit der Bild-Zeitung öffnet er sich, spricht über die tiefen Narben, die Verluste hinterlassen – und warum ihm der zehnte Jahrestag seiner Haftentlassung so präsent bleibt.
Kurz nach Mitternacht ankommen, nach Monaten der Unsicherheit – wer würde da keine Gänsehaut bekommen? Dabei beschreibt Hoeneß diese Zeit so:
„Es ist für mich fast unvorstellbar, dass es schon so lange her ist. Ich werde die letzte Nacht im Gefängnis nicht vergessen. (...) Meine Frau und mein Sohn haben mich abgeholt. Als wir nachts um ein Uhr zu Hause in Bad Wiessee am Tegernsee ankamen, war das Haus voller Freunde, sogar eine Blaskapelle hat vier, fünf Lieder gespielt.“
Wieder daheim: Familie und Verantwortung als Rettungsanker
Uli Hoeneß war nie der Typ, der schnell aufgibt. Aber die Erfahrungen seiner Haftzeit, so betont er, haben den Wert von Demut und sozialer Verantwortung noch einmal gestärkt:
„Das war mir immer wichtig, aber es wurde noch verstärkt.“
Die Familie, besonders Ehefrau Susanne, spielt für ihn eine zentrale Rolle. Seit ihrer Hochzeit 1973 steht sie ihm stets zur Seite – und diese Stabilität wirkt wie ein Schutzschild gegen die rauen Seiten des Lebens.
Neben Susanne sind es die gemeinsamen Momente, die für Hoeneß zählen. Die Zeit nach der Haft hat ihm mehr denn je gezeigt, wie wichtig es ist, den Alltag und die Menschen um sich herum zu genießen. So betont er, dass das größte Glück seines Lebens eine gesunde Familie sei, denn schwere Schicksalsschläge im engsten Kreis habe er bisher nicht erleben müssen. Er sagt ganz offen:
„Das größte Glück meines Lebens ist, dass in der Familie alle gesund sind und es Gott sei Dank nie einen Todesfall in allernächster Umgebung gab. Das wäre vielleicht das Einzige, was mich total umhauen würde. Ich glaube, das würde ich nicht aushalten können.“
Mit Verlusten leben: Beckenbauer, Freunde und das Näherkommen der Einschläge
Mit den Jahren werden Verluste spürbarer – das zeigt sich auch bei Hoeneß. Besonders der Tod von Franz Beckenbauer trifft ihn bis heute hart. Immer wieder sprechen er und Karl-Heinz Rummenigge darüber, wie Beckenbauer reagiert oder zu verschiedenen Situationen wohl Stellung genommen hätte. Die eigenen Grenzen rücken damit plötzlich näher. Frei heraus meint Hoeneß:
„Mir geht es wirklich selten schlecht. (...) Schlecht geht es mir nur, wenn mal wieder ein Freund verstorben ist und die Einschläge näherkommen.“
Doch nicht nur große Namen hinterlassen Lücken. Vor Kurzem verlor Hoeneß privat jemanden, der der ganzen Familie nahestand. Die Emotionen beschreibt er unverblümt:
„Das Schlimmste ist es, wenn die Nachrichten kommen, dass es Personen aus unserem engen Umfeld nicht geschafft haben. Wir haben gerade jemanden, der unserer ganzen Familie sehr nahestand, verloren. Das ist ein Drama und macht einen erst mal kaputt, wenn die Emotionen wirken.“
Dieser Satz bleibt hängen – emotionales Erdbeben inklusive. Wer würde in solchen Momenten nicht an seine eigenen Liebsten denken?
Lernen aus Krisen: Kraft im Alltag und Lebensfreude zurückgewinnen
Nach jeder dunklen Phase folgt für Hoeneß ein Lichtblick. Er hat nicht nur gelernt, Widrigkeiten zu verkraften, sondern auch die kleinen Glücksmomente mehr zu genießen. Die feste Überzeugung: Das echte Leben findet im Hier und Jetzt statt, und gerade darin liegt für ihn heute die größte Weisheit. Dabei verzichtet Hoeneß bewusst auf Bitterkeit oder Selbstmitleid – stattdessen zählen für ihn Loyalität, Zusammenhalt und der ungebrochene Wille, die schönen Dinge des Alltags wertzuschätzen.
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"Macht einen erstmal kaputt": Uli Hoeneß spricht über Verlust - BUNTE