„Udo war unser Vorbild“: Warum Tokio Hotel heißt, wie es heißt
Bill und Tom Kaulitz kennen wir alle als die Köpfe hinter Tokio Hotel, doch nur wenige wissen, wie prägend Udo Lindenberg für die Band war. Wie kam es eigentlich zu diesem Namen und warum bedeutet ein Song von Udo heute noch so viel für Bill?
Die Zwillinge Tom Kaulitz und Bill Kaulitz, mittlerweile 35 Jahre alt, sind unzertrennlich – musikalisch wie privat. Kürzlich wurde angekündigt, dass eine spannende Doku über ihr großes Idol Udo Lindenberg bald im Fernsehen ausgestrahlt wird. Die Dokumentation „UDO Rebell. Rockstar. Ikone.“ erscheint am 18. Mai 2026 im ARD-Programm und ist bereits jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar. Darin erzählen die beiden offen, wie entscheidend der Panikrocker ihr Leben geprägt hat. „Udo war unser Vorbild.“, sagen Bill und Tom heute mit voller Überzeugung. Die Hommage an Udo Lindenberg anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt nicht nur, wie früh die Kaulitz-Zwillinge von seiner Musik beeinflusst wurden, sondern auch, warum ihre Band heute Tokio Hotel heißt. Für Fans ist die Dokumentation ein echtes Highlight, das tiefe Einblicke in die Wurzeln der Band gibt.
Alles für Udo: Die Geschichte hinter dem Bandnamen
Die Wurzeln reichen bis in die Kindheit der Brüder zurück. Noch bevor sie selbst Instrumente in die Hand nahmen, liefen zuhause die Platten von Udo, denn „Mama war eine kleine Rebellin. Und das, weil auch Udo ein Rebell war.“, erinnert sich Tom. Spätestens in der neuen TV-Doku wird klar, dass Udos Geist von Freiheit und Anderssein sich tief in den Herzen der Kaulitz-Zwillinge verankert hat. Ihre Band heißt nicht zufällig Tokio Hotel – es steckt mehr dahinter als nur ein Name. Die Inspiration geht auf die Idee zurück, eine Botschaft auszustrahlen: Wenn schon Vorbilder, dann richtige – und einer davon war eindeutig Udo.
Na und?!: Ein Song, der alle bewegt
Aktuell hat Tokio Hotel für das Album „We Love Udo“, das am 8. Mai 2026 erschien, ein ganz besonderes Lied neu aufgenommen: „Na und?!“. Ursprünglich stammt der Song aus dem Jahr 1978, behandelt offen gleichgeschlechtliche Liebe und war für Bill eine echte Entdeckung:
„Ich hatte fast das Gefühl, der ist für mich geschrieben. Und so geht es natürlich vielen in der Community.“
Der Text, damals wie heute provokant und herzlich zugleich, spiegelt in Bills Worten Widerstandskraft gegen jede Form von Ausgrenzung wider. Die Band sagt selbst:
„Die Texte sind nicht als Hit geschrieben. Die sind wie ne Geschichte, die du einem Kumpel erzählst.“, und genau das macht diesen Song so zeitlos.
Die Bedeutung des Songs wurde Bill erst klar, als er das Album vorbereitete und die Songs für die neue Interpretation hörte – „Na und?!“ stand dabei ganz besonders für ihn im Mittelpunkt.
Arbeit und Herausforderung: Udo zu covern, ist kein Selbstläufer
Das Projekt war für Tokio Hotel keine schnelle Nummer, sondern eine richtige Herausforderung. Tom verrät:
„Das ist natürlich eine Aufgabe, einen Udo-Song neu aufzunehmen, sowohl als Band als auch als Sänger.“
Die Doku- und Album-Produktion brachte viele Künstler zusammen, darunter Peter Maffay, Anouk, Johannes Oerding, The BossHoss, Apache 207 und sogar Hans Zimmer. Jeder versuchte, Udo mit eigenen Mitteln zu ehren – aber gerade für Bill und Tom war klar: Es zählt Authentizität. Und manchmal, wie Tom ehrlich zugibt, sind es auch die einfachen Erlebnisse, die bleiben:
„Den hab ich ehrlicherweise als Kind nicht verstanden, aber 'Sonderzug' fand ich geil. Zug fahren klang nach Freiheit und darum ging's ja auch.“
Die Band hat damit eine Brücke zwischen Udos rebellischem Spirit und ihrem heutigen Sound gebaut.
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In TV-Doku verraten: Deshalb heißt Bill und Tom Kaulitz' Band „Tokio Hotel”